Elternbildung in der Schule
"Eltern und Lehrer gemeinsam"

Schüler und Eltern in eine Turnhalle beim Spielen

Ein Kooperationsprojekt von:

Vorwort

Eltern bilden heißt in die Zukunft von Kindern zu investieren - das wissen die Akteure der ElternLernwelt und starteten gemeinsam mit Schulen in Katernberg und Familienbildungsstätten das Projekt "Elternbildung in der Schule".

Familien und ihre Kinder sind ein wichtiges Potential der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt. Dabei kommt der Erziehungskompetenz der Eltern eine besondere Bedeutung zu. Sie ist Grundlage für die individuelle Förderung der Kinder und damit für die Teilhabe an Bildungschancen. Eltern haben dabei eine Schlüsselfunktion, denn die in den ersten Lebensjahren erworbenen Orientierungen, Bindungen und Bildungskompetenzen haben die stärksten und nachhaltigsten Einflüsse auf die Lernbiografien von Menschen. Die Unterstützung für Eltern zu verstärken und zu systematisieren, ist daher aussichtsreich und ökonomisch sinnvoll.

Auch auf dem Hintergrund der 'PISA`-und ,IGLU' Studien, die dem deutschen Bildungswesen ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellen, indem sie seine mangelhafte Förderung bildungsferner Schüler/-innen - ob mit oder ohne Migrationshintergrund - aufdecken, ist es notwendig, neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule zu gehen.

Dazu bieten sich Elternbildungsprogramme der Familienbildungsstätten an, die sowohl Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit unterstützen wie auch LehrerInnen in die Lage versetzen, mit Eltern in einen konstruktiven Dialog zu treten.

Im Netzwerk ElternLernwelt im Rahmen des Projektes "Lernwelt Essen" haben viele Akteur/-innen aus unterschiedlichen Bereichen das gesamtstädtische Konzept der Elternbildung für Essen erarbeitet und entwickeln maßgeschneiderte Angebote für unterschiedliche Zielgruppen. Hierbei kommt den Institutionen KiTa und Schule eine besondere Bedeutung zu, da an diesen Orten Eltern viel eher erreicht werden können als in "klassischen" Kursangeboten.

Deshalb unterstützt die ElternLernwelt das Projekt "Elternbildung in Schule" im Stadtteil Katernberg und erhofft sich übertragbare Erkenntnisse auf weitere Schulen. Festzustellen ist schon jetzt, dass alle Beteiligten gewonnen haben. Die Eltern, weil sie den Mut hatten, sich neue Kompetenzen anzueignen, die Kinder, weil sie eine entspannte Zeit mit ihren Eltern verbringen, und die Lehrerinnen und Lehrer, weil sie Eltern und Kinder in einem neuen Zusammenhang kennen lernen und wieder eine vertrauensvolle Verbindung herstellen konnten. Wir wünschen Ihnen und uns noch viele solcher Mut machenden Beispiele.

Gaby Micklinghoff
Büro Stadtentwicklung -
Lernwelt Essen

Projektentstehung

Der Bedarf zur Bearbeitung des Themas Elternbildung wurde im Arbeitskreis Schule/Bezirk VI formuliert. In diesem AK engagieren sich seit Jahren unterschiedlichste Akteure aus Jugendhilfe wie bildungsnahen Einrichtungen. Diese Institutionen begreifen sich vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderung in benachteiligten Stadtteilen schon seit langem nicht mehr nur als Stätte der Wissensvermittlung, sondern als Orte, die für das Erlernen sozialer und kommunikativer Kompetenzen zuständig sind. Eine dieser Kompetenzen, die insbesondere aus Sicht der Schulen neu zu vermitteln und zu erlernen ist, ist die Erziehungskompetenz. Schulen fühlen sich häufig mit ihrer Erziehungs- und Bildungs- verantwortung überfordert und allein gelassen. Bisherige Aufforderungen und Ermahnungen an die Eltern, sich um ihre Kinder intensiver zu kümmern, führten nicht zu entsprechenden Veränderungen. Stattdessen werden die Erziehungsprobleme auf die Schulen im Stadtteil abgeschoben. Zitat einer Mutter im Gespräch mit einem Lehrer über das Verhalten ihres Kindes: "Wenn Sie ein Problem mit meinem Sohn haben, dann ist das Ihr Problem." Viele dieser Eltern wissen, was die Gesellschaft von ihnen in puncto Kindererziehung erwartet, können das aber oft nicht verwirklichen. Sie haben Schwierigkeiten, sich den Kindern konzentriert zuzuwenden, aber auch damit, Grenzen und Strukturen zu setzen. Diese Eltern würden von Elternbildung profitieren.

Die Lehrer beschrieben diese Situation im AK Schule und diskutierten gemeinsam, wie sie dieses Dilemma verlassen können und suchten nach Wegen, um einen niederschwelligen Zugang zu diesen Eltern zu finden. In den Diskussionen wurde deutlich, dass Eltern Unterstützung brauchen, um ihre Erziehungskompetenz zurückzugewinnen, um diese im Sinne des Bildungserfolges ihrer Kinder einsetzen zu können. Dieses Anliegen der Lehrer wurde durch die Akteure der Jugendhilfe im Arbeitskreis aufgenommen, weil die Bedeutung von Elternbildung als präventives Angebot durch die Verankerung im Kinder- und Jugendhilfegesetz an Bedeutung zugenommen hat. Die Notwendigkeit, präventive Ansätze zur Stärkung der Elternkompetenz zu intensivieren, ergibt sich aus den wachsenden Fallzahlen bei den Hilfen zur Erziehung. Durch unterstützende und entlastende Angebote für die Eltern können spätere kostenintensivere Maßnahmen verhindert werden.

In einem weiteren Schritt beschäftigten sich die Akteure im AK mit Qualitätskriterien und Inhalten von Elternbildungskonzepten. Diese Diskussion wurde mit Unterstützung der AWO- Familienbildungsstätte und der Lernwelt Essen geführt. Der AK verständigte sich darauf, dass ein entsprechendes Elternbildungskonzept milieuspezifisch angepasst sein muss. Die Zugänge müssen niederschwellig und die Angebote dürfen nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden. Vier Katernberger Schulen (Kant-, Carl- Meyer-, Herbartschule und Grundschule an der Viktoriatrasse) verständigten sich im nächsten Schritt darauf, die Elternbildungsprogramme 'FUN' (Familie und Nachbarschaft) und 'Elternführerschein' umzusetzen.

Beschreibung des Projekts

Zielsetzung und Inhalte

Die AWO-Familienbildung kooperierte mit vier Schulen in Essen- Katernberg, um eine nachhaltige Elternbildung in der Schule zu entwickeln. An der Durchführung und Begleitung des Projektes beteiligte sich auch die Katholische Familienbildungsstätte, die einen Durchlauf des FuN-Programms ausführte.

Folgende inhaltlichen Projektziele sollten erreicht werden:

Zur Verbesserung der Erziehungskompetenz und zur Aktivierung der Eltern wurden zwei in der Familienbildung bereits erfolgreich erprobte Konzepte aus dem Elementarbereich, die Elterntrainings 'FuN (Familie und Nachbarschaft)' und 'Elternführerschein' eingesetzt:

FuN ist ein festgeschriebenes Bildungsprogramm, das von der Schule ausgewählten Familien Erziehungs- und Beziehungskompetenzen durch das gemeinsame Erleben von Übungen und Spielen vermittelt. Das Programm zielt auf die Stärkung von Kindern und Eltern, die Festigung sozialer Beziehungen, die Förderung von Kooperation und Elternkompetenz und wirkt präventiv im Bereich Sucht- und Gewaltverhalten. Zudem soll die Einbindung in soziale Netze den Familien ermöglichen, vorhandene Hilfsangebote der Kommune kennenzulernen und sie stärken, ihre Mitwikungskompetenzen in der Schule und im Gemeinwesen zu nutzen.

FuN wird einmal wöchentlich an 8 Nachmittagen durchgeführt. Die Nachmittage haben eine feste Struktur mit 8 Elementen:

  1. Begrüßung und Singen (Aufwärmen in der gesamten Gruppe)
  2. Kooperationsspiel am Familientisch (Förderung der Zusammenarbeit der Familie),
  3. Kommunikationsspiel am Familientisch (Förderung des Miteinander Redens),
  4. Gemeinsames Essen (Erfahrung von Gemeinsamkeit beim Essen, Tischregeln u.a.)
  5. Elternzeit / Kinderzeit (Eltern tauschen sich über Schul- und Alltagssituationen und Erziehung aus, während die Kinder pädagogisch betreut werden),
  6. Spiel zu zweit (Übung aus der Spieltherapie; dient der Verbesserung der Beziehung zum Kind),
  7. Überraschungsspiel (fördert den Gruppenzusammenhalt),
  8. Abschlussrunde.

Diese Struktur wird bei allen wöchentlichen Treffen eingehalten.

Eine Selbstorganisations-Phase von 6 Nachmittagen, die der Intensivierung der Kontakte untereinander und das selbständige Tun fordern (Absprachen treffen, Einheiten vorbereiten und anleiten, Planungen umsetzen), schließt an. Die Familienbildnerin unterstützt die Familien bei der Planung und Durchführung.

Aufgrund des sich immer wiederholenden Ablaufs und der sozialräumlichen Geh-Struktur ist FuN sehr gut für sogenannte "Bildungsferne" geeignet.

FuN ist als Kooperationsprogramm konzipiert, das spiegelt sich auch in der Teamzusammensetzung wider. Hier arbeiten MitarbeiterInnen der Schulen mit MitarbeiterInnen der Familienbildungsstätten kollegial und gleichberechtigt zusammen. LehrerInnen bringen ihre Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern, die FamilienbildnerIn ihre Kompetenzen in der Elternarbeit. Ziel ist dabei, die verschiedenen Sichtweisen auf die Familien zusammenzubringen und die Schwelle zu unterstützenden Hilfen aus Sicht der Familie zu senken. Erfahrungen aus dem Elementarbereich ließen vermuten, dass Eltern die FuN durchlaufen haben, sich stärker am Schulgeschehen beteiligen werden.

Der Elternführerschein bietet den Erziehenden Unterstützung für den sie überfordernden Erziehungsalltag. Die kindliche Entwicklung besser einschätzen, Grenzen setzen zu lernen und konkrete Erziehungssituationen über Gespräche und Übungen erfahrbar machen, sind die Kernziele dieses Elterntrainings. Eltern machen sich ihr eigenes Erziehungsverhalten bewusst und üben den positiven Blick auf das Kind. Sie erfahren, welche Bedürfnisse Kinder haben und wie eine positive Entwicklung unterstützt werden kann.

Die Stärkung und Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern und der Einrichtung Schule, die sie durch dieses Programm erfahren, sollen die beteiligten Eltern direkt verknüpfen mit anderen Aktivitäten, sei es beim Elternabend, Schulveranstaltungen oder auch im direkten Umgang mit der Nachbarschaft. Die Eltern trafen sich 8 mal jeweils 2,5 Stunden in der jeweiligen Schule, begleitet von einer Familienbildnerin. Den Eltern wurde eine Kinderbetreuung angeboten, die aber nicht organisiert werden musste.

Themen: Gesundheit, Sprachentwicklung, Freizeitgestaltung, Schulsituation, Bewegung und Ernährung, Geschwisterstreit, Leben im Stadtteil, Grenzen in der Erziehung, Schulverweigerung.

Die in beiden Programmen angelegte Struktur, Eltern zu aktivieren und die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, sollte sich auch auf das nachbarschaftliche Leben im Stadtteil auswirken. Im Projektzeitraum sollten in jeder Schule beide Trainings einmal durchgeführt werden. Die im Projekt gewonnen Erfahrungen wie Elterngewinnung (Kontaktaufnahme), Elternkompetenzen stärken und mit anderen Bildungseinrichtungen kooperieren sollten als Modell für die Übertragung auf andere Schulen dienen.

Projektpartnerschaft:

Das Projekt basierte auf einer Partnerschaft zwischen den Familienbildungsstätten und folgenden Schulen: Carl-Meyer- Schule, Herbarthschule, Kantschule, Schule an der Viktoriastraße

Die Projektziele konnten nur dadurch erreicht werden, dass wichtige Kompetenzen der Schulen und der Familienbildung sich wechselseitig verstärken. Aufgabe der AWO-Essen war es, die Programme auf die Bedürfnisse der Schule zu zuschneiden, die Durchführung (einschließlich der Schulung zum Trainer) zu garantieren und die Wirkung zu evaluieren.

Aufgabe der Schulen war es,die Räume zur Verfügung zu stellen und mit auszugestalten, aktiv die Familien auszuwählen und - gemeinsam mit der Familienbildernerin - zu gewinnen, je 2 LehrerInnen zu FuN-Teamern ausbilden zu lassen und an der Durchführung mitzuwirken.

Die Schulen stellten dazu personelle Ressourcen zur Verfügung - pro Gruppe mindestens 1 Person (LehrerIn) Im Projektverlauf sollte mit der Schulaufsicht geklärt werden, wie die personellen Ressourcen der Schule nachhaltig gewährleistet werden können.

Was ist FuN?

FuN heisst:
Familien und Nachbarschaft

Im April 2005 startet in unserer Schule das FuN Programm.

6 - 8 Familien, deren Kinder die 2. Klasse besuchen, können daran teilnehmen.

Alle Familienmitglieder sind herzlich willkommen!

Die Teilnahme ist kostenlos.

Verlauf des Projektes

Vorbereitungen

Die Zusammenarbeit der Projektpartner begann im Oktober 2004 mit der Erstellung des Projektantrages. LehrerInnen und FamilienbildnerInnen verständigten sich über die Bedeutung der elterlichen Erziehungsverantwortung für den Schulalltag, über neue Wege mit den Eltern in Kontakt zu kommen und über Konzepte zur Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Eltern. Das Ergebnis dieses Prozesses sind die weiter oben beschriebenen Projektziele.

Kick-Off: Projektstart

Am 26.01.05 wurde das Projekt mit einer "Kick-Off-Veranstaltung gestartet. Neben einem Zeitplan für die wesentlichen Projektschritte wurden detailliert die Verantwortlichkeiten für einzelne Projektschritte wie die Durchführung der Elterntrainings FuN und Elternführerschein, Beteiligung an der Evaluation und abschließender Transferveranstaltung festgelegt. Auf diesem Treffen wurde ebenfalls vereinbart, mit welchen Evaluationsfragen der Erfolg des Projektes gemessen werden sollte.

FuN

Voraussetzung für die Durchführung von FuN ist eine Ausbildung zum FuN-Teamer, die vom Verein Prae-Paed (Konzeptentwickler) durchgeführt wurde. Während die AWO-Familienbildung bereits über ausgebildete FuN Teamerinnen verfügte, ging es jetzt darum die LehrerInnen zu FuN- TeamerInnen auszubilden. Ebenfalls benötigte eine Referentin der Kath.Familienbildung eine Ausbildung. Der erste Teil der FuN- Ausbildung wurde vom 09.02.-11.02.05 im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest durchgeführt. In diesem Modul standen die Idee, Ziele und Inhalte des Programms, Teamentwicklung und Vorstellung und Einübung aller Progammelemente im Mittelpunkt.

Am 22.02.05 trafen sich alle an der Durchführung von FuN Beteiligten mit dem Ziel, die FuN-Teams für die einzelnen Schulen zusammenzustellen. Die zukünftigen TeamerInnen tauschten Informationen und Erfahrungen über ihre unterschiedlichen Arbeitsfelder aus. Die Schulen formulierten den Unterstützungsbedarf "ihrer Eltern" und skizzierten die Besonderheiten ihrer Schule. Die FamilienbildnerInnen stellten auf der Basis ihrer Erfahrungen dar, wie FuN Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit stärken kann. Hier wurde ein erster Schritt für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gemacht, der nach dem Wunsch der Schulen im 2. Ausbildungsteil weitergeführt werden sollte.

Aus diesem Grund wurden die bereits ausgebildeten FuN TeamerInnen der AWO-Familienbildung zur Teilnahme am zweiten Modul eingeladen. Vom 04.04. - 05.04.05 traf sich die erweiterte Fortbildungsgruppe zu folgenden Themen:

Im März 2005 eröffneten die Schulen mit Unterstützung der FamilienbildnerInnen die Phase der TeilnehmerInnen-Gewinnung. Auf Info-Veranstaltungen und Eltern-Abenden und in Einzelgesprächen wurde den Eltern der Nutzen des FuN Programmes nähergebracht. Flankiert wurden diese Werbemaßnahmen durch gedruckte Informationen.

Drei Schulen gelang es schon im April 2005 einen FuN-Durchgang zu starten; zwei weitere zogen im Mai nach. Die Durchführung des FuN-Programmes erforderte intensive Vorbereitungsgespräche über Methodenbeispiele, Zuständigkeiten der Teammitglieder, Raumausgestaltung u.a.

Vor dem Eintreffen der Eltern und Kinder an den einzelnen Nachmittagen wurden die Räume familiengerecht umgestaltet, die Kooperations- und Kommunikationsspiele ausgewählt, die Moderation geklärt und viele organisatorische Details besprochen.

Die Eltern, die nicht sofort erschienen waren, wurden von den FuN-TeamerInnen angerufen und ermutigt, doch noch zu kommen. In der Anfangsphase wurden Lehrer-Teamer noch mit gemessener Vorsicht bedacht, war es doch ungewöhnlich, dass LehrerInnen nun als Unterstützer quasi auf Augenhöhe mit den Eltern agierten. Als eine große Herausforderung stellte sich das Spiel zu Zweit heraus. 15 Minuten mit einem Kind spielen war für viele TeilnehmerInnen ungewöhnlich und forderte viel Konzentration. Gleichzeitig verbesserte dieses Element die Beziehungen der Familienmitglieder und wirkte bis in die häusliche Situation. Eine besondere Bedeutung hatte auch das von den Eltern im Wechsel selbst hergestellte Essen. Für die "Gastgeber" brachte dieses Element Anerkennung; für die Gäste bedeutete es eine Entlastung von der alltäglichen Essenzubereitung. Während der Elternzeit wurde das Thema 'Dialog zwischen Schule und Eltern' verstärkt bearbeitet.

Auf dem Projekttreffen am 15.06.05 wurden die bisherigen Erfahrungen mit dem FuN-Programm zusammengetragen und ausgewertet. Die Bewertungen waren ausgesprochen positiv. Die LehrerInnen waren angenehm überrascht, dass ihre SchülerInnen schon nach wenigen Wochen ansprechbarer, offener und zugänglicher erschienen. Auch das Verhältnis zu den Eltern wurde als vertrauter und entspannter beschrieben. Schon wurde nach Förderung weiterer FuN-Durchläufe gefragt.

Mit der Selbstorganisation startete im August 2005 der 2. Teil des FuN Familienprogramms. Zwischen 2 und 5 Eltern pro Kurs fanden den Weg zu den Treffen, die von der Familienbildnerin begleitet wurden. Den Eltern wurden jetzt nur noch FuN-Elemente wie "Spiel zu Zweit" , "Kooperation- und Überraschungsspiel angeboten. Ansonsten waren eigene Wünsche der Eltern und ihre stärkere Beteiligung an der Gestaltung der Treffen gefragt. Obwohl einige Aktionen wie z.B. Besuch einer Moschee gut angenommen wurden, konnten sich die meisten Eltern mit der Selbstorganisation in der Form nicht anfreunden. Alternativ beteiligten sich mehrere Eltern am Aufbau eines neuen Elterncafés und brachten ihre neugewonnenen Kompetenzen ein. Zur Weiterentwicklung der Selbstorganisationsphase wurde ein Gedankenaustausch von Konzeptentwicklern und FuN Teamer anberaumt.

Elternführerschein

Diie Werbung für den Elternführerschein lief über Werbeflyer und die direkte Ansprache von Eltern durch die Lehrer.

In der Herbartschule (12) und der Kantschule (10) gab es ausreichend Anmeldungen für einen Kurs. Für einen zweiten Kurs in der Kantschule (7) konnten "nur" 7 Teilnehmer gewonnen werden und in der Viktoriaschule kamen erst nach einer weiteren Woche Werbung durch die Lehrer 9 Eltern. Das Angebot in der Carl-Meyer Schule kam nicht zustande. Anstelle des des Elternführerscheins wurde hier auf Wunsch im Januar 2006 ein verkürzter FuN-Durchgang organisiert. Bis ca. zur dritten Sitzung hatte sich ein fester Stamm von Eltern gebildet, die verlässlich an den Treffen teilnahmen, bzw. sich abmeldeten, wenn sie verhindert waren.

Eine subjektive Entlastung entstand bereits in der ersten Sitzung. Es wurde entdeckt, dass alle Eltern Probleme und Fragen in der Erziehung haben. Ähnlichkeiten wurden entdeckt und die Feststellung "wir sitzen alle in einem Boot" schaffte Erleichterung und Solidarität.

Im weiteren Verlauf profitierten die Eltern davon, ihre Kinder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die konsequente Achtung auf positive Eigenschaften ihrer Kinder schaffte eine annehmende wohl wollende Perspektive. Auch die Bearbeitung der Bedürfnisse von Kindern schaffte eine Grundlage mehr auf die Kinder einzugehen und das eigene Verhalten in Ansätzen, aus der Sicht der Kinder zu reflektieren.

Der Elternführerschein bot allen Eltern einen Raum, aktuelle Themen aus der Familie zu besprechen sich von anderen Eltern und/oder fachlichen Rat zu holen. Viele Eltern fanden es hilfreich Alltagssituationen im Rollenspiel zu erleben und verschiedene Handlungskonzepte zu erproben.

Insbesondere in der Kantschule 1 und der Viktoriaschule wurde nach dem Kurs eine Fortsetzung gewünscht.

Projekterfahrungen aus der Sicht der Schulen

Formen der Elterngewinnung für das FuN-Projekt an der Kantschule

Die Eltern aller Schüler und Schülerinnen erhalten erste Informationen zum FuN-Projekt durch die von AWO Essen gestalteten Flyer. Eltern, bei denen die Klassenlehrer oder -lehrerinnen Interesse am FuN-Projekt vermuten oder bei denen Unterstützungsbedarf deutlich oder absehbar ist, werden von den durchführenden FuN- LehrerInnen zunächst angerufen und unter Bezug auf den Flyer gezielt angesprochen und zu einem Gespräch in die Schule eingeladen. Die Gespräche finden als Einzel- oder Kleingruppengespräche, je nach zeitlicher Verfügbarkeit der Eltern, mit der FuN-Lehrerin/Lehrer in entspannter Atmosphäre in der Schule statt. Schwierig war es oft, bildungsungewohnte Eltern für das Projekt zu interessieren bzw. diese Familien so zu motivieren, dass sie auch an allen Treffen teilnahmen. Seit einiger Zeit arbeitet ein Sozialpädagoge an der Kantschule, der das FuN-Projekt voll unterstützt. Innerhalb seiner Hausbesuche bei einzelnen Familien weist er auf das Projekt hin und wirbt, nach Rücksprache mit den LehrerInnen, Familien ganz gezielt an. Der Kontakt zu diesen Familien muss von den LehrerInnen und dem Sozialpädagogen angefangen vom ersten Gespräch bis zum ersten Treffen und teilweise darüber hinaus gehalten werden. Die Kinder werden in der Schule an die FuN-Treffen erinnert und die Eltern direkt vor dem Treffen noch einmal angerufen. Angesprochen und geworben werden die Eltern der 1., 2. und 3. Klassen. Die Eltern der 1. Klassen werden erst im 2. Halbjahr des 1. Schuljahres angesprochen, da im 1. Halbjahr viele neue Informationen auf die Eltern zukommen.

Dies führte teilweise dazu, dass sich Eltern, die von dem Projekt erfahren hatten, beklagten, dass sie noch nicht teilnehmen konnten. Das Thema Elternbildung in Form des FuN-Projekts ist mittlerweile auch in das Schulprogramm der Kantschule aufgenommen worden.

Geplant und teilweise angedacht mit den Erzieherinnen der umgebenden Kindertagesstätten ist auch, dass Eltern bereits im Kindergarten auf das FuN-Projekt an der Kantschule aufmerksam gemacht werden und gezielt dafür geworben wird. Weiterhin soll das FuN-Projekt in der Elternfibel vorgestellt werden, die alle Eltern der Schulanfänger vor den Sommerferien erhalten.

Dies ist aber nur dann möglich, wenn eine langfristige Finanzierung der FuN-Projekte für die Kantschule gesichert ist.

Wirkungen des Elterntrainings bei den Kindern

Zwischen den Lehrern/innen, die das FuN-Projekt durchführten, und den teilnehmenden Kindern entwickelte sich eine engere Vertrautheit. Die Kinder zeigten auch eine engere Bindung an die Schule, die für sie nicht mehr nur ein Ort des Lernens war.

Weiterhin ist zu beobachten, dass es den Kindern im Unterricht etwas leichter fiel, sich zurückzunehmen oder Aufgaben für die Gemeinschaft zu übernehmen. Auch waren alle Kinder stolz auf ihre Eltern, dass diese gemeinsam mit ihnen etwas in der Schule gemacht haben. Bei Eltern, die am Elternführerschein teilgenommen haben, konnten einige Kollegen und Kolleginnen beobachten, dass sie mehr Interesse für die schulischen Belange ihrer Kinder zeigten, was sich auch wieder positiv auf die Kinder auswirkte.

Ursula Franke-Seeger, Kantschule

Verändertes Rollenverständnis von Lehrerinnen und Lehrern

Das ursprüngliche Rollenverständnis von Lehrerinnen und Lehrern orientiert sich an der Erziehung und Bildung der Kinder. Hierzu standen die Kolleginnen und Kollegen immer schon in Kontakt zu den Eltern: Elternsprechtage, Ausflüge, Stammtische, u.ä. In beratenden Gesprächen wurden und werden Vereinbarungen zu Erziehungsfragen und Lernhilfen getroffen und es wird auf außerschulische Unterstützung (z.B. Erziehungsberatung, Ergotherapie) verwiesen.

Die Wirkung der Gespräche mit den Eltern lag oft allein an den kommunikativen Kompetenzen, die die jeweilige Kollegin und der jeweilige Kollege von sich aus mitgebracht haben. Aufgeschlossene, zugewandte Typen hatten eher Erfolg, an anderen bissen sich die Eltern oft die Zähne aus. Eine systematische Vorbereitung auf Elterngespräche fehlt in der Lehrerausbildung an Universitäten und in Studienseminaren.

Elternarbeit darf heute weniger denn je von solchen Zufällen abhängig sein, denn viele Schülerinnen und Schüler brauchen zwingend für ihre Lernerfolge vereinte Anstrengungen. Schule, Elternhaus und außerschulische Einrichtungen müssen an einem Strang ziehen. Eine enge Zusammenarbeit braucht ganz andere Kompetenzen im Umgang mit Eltern und mit Kolleg(inn)en anderer Fachrichtungen. Nur so können Hilfen für Erziehung und Bildung Fortschritte bei den Kindern zeigen.

Genau da setzt das FuN-Programm an. Das Programm integriert die Arbeit mit Eltern und ihren Kindern und die Zusammenarbeit mit Sozialpädagog(inn)en. Es wird nicht verwiesen, abgegeben, sondern Lehrer(innen) arbeiten zusammen mit Fachkräften, Eltern und deren Kindern.

Die Familien werden im FuN-Programm in Aktion erlebt und es gilt dabei, Positives zu verstärken. Ansprechpartner dabei sind für das FuN-Team die Eltern. Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet das, einmal nicht den Blick zuerst auf die Kinder zu richten.

In Gesprächen wird sich über Gelungenes und über Schwierigkeiten ausgetauscht. Das FuN-Team und die Eltern sind dabei gleichberechtigte Gesprächspartner. Die Eltern bleiben die "Experten ihrer Kinder".

Die Zusammenarbeit im interdisziplinären FuN-Team bündelt verschiedene Sichtweisen am Lernort Schule zum Wohle der Familien und führt auch darüber zu verbesserten Bildungschancen der Kinder.

Das Programm erfordert für Lehrerinnen und Lehrer nicht selten ein Umdenken. Und es braucht Handwerkzeug, um mit Eltern in der skizzierten Form professionell umgehen zu können. Die Ausbildung zum FuN-Teamer begleitet die Reflexion der eigenen Rolle und vermittelt das nötige Know-how für diese wertvolle Erweiterung der Elternarbeit.

In den Augen der Eltern aber bleiben die Kolleg(inn)en die Lehrerinnen und Lehrer ihrer Kinder. Das hemmt sie einerseits und provoziert sie andererseits gelegentlich zum Schauspiel. Trotzdem bricht das FuN-Programm alte Rollenmuster auf. Der Kontakt zwischen Eltern und Lehrer(inne)n verändert sich zum Positiven: Mehr Verständnis, mehr Vertrauen, mehr Aktivität. Die Zusammenarbeit mit externen Sozialpädagog(inn)en ist auch vor diesem Hintergrund unverzichtbar. Sie stehen außerhalb der innerschulischen Verflechtungen und betonen damit noch einmal auf andere Weise das Anliegen. Es geht nicht um Bewertung, sondern um Unterstützung und Stärkung der Familien. Gestärkte Eltern stärken ihre Kinder. Uns Lehrerinnen und Lehrer bringt der Schritt weg von den Kindern letztlich diese wieder näher.

von Ingo Worofka,
Herbartschule Essen, städt. Gemeinschaftsgrundschule mit offenem Ganztag

Evaluation, Ergebnisse und Wirkungen

Zu den Evaluationsmethoden

Durchführung einer systematischen quantitativen und qualitativen Befragung der Programmbeteiligten

An der Befragung haben 123 Beteiligte an 4 kooperierenden Schulen teilgenommen. Dabei wurde mit der Methode der qualitativen Interviews 39 Eltern, Lehrer/innen und Pädagogen/innen zwischen Mai 2005 und Dezember 2005 befragt. Des weiteren wurden in dem vorgenannten Zeitraum mittels standardisierter Fragebögen auch 47 Eltern, Lehrer/innen und Pädagogen/innen befragt. Insgesamt waren 73 Familien zur Teilnahme an dem Projekt angemeldet Davon haben 50 Familien an der Erhebung teilgenommen. Insgesamt erteilen die Teilnehmer/innen des Projektes (die Teamer und die Familien) ein sehr positives Feedback.

Offensichtlich ist es aufwendig und manchmal schwierig, die Familien zu motivieren, an den Programmen teilzunehmen und/oder regelmäßig und dauerhaft zu den Terminen zu erscheinen. Gründe hierfür können neben innerfamiliären und logistischen Problemen auch Fantasien und Vorstellungen dahingehend sein, das Programm könne "eine Psychoveranstaltung" sein, die für andere Familien nötig sei, aber nicht für einen selbst.

Die meisten TN äußern, dass der Austausch mit anderen Eltern sehr wichtig und gewinnbringend war. Hier haben die Eltern die Erfahrung gemacht, dass andere Familien auch Probleme haben. Das Gespräch hierüber wurde positiv bewertet. Außerdem haben die Eltern in diesem Kreis Hilfestellung erfahren. Der Austausch zwischen deutschen und nichtdeutschen Familien war wegen der Sprachbarriere manchmal schwierig. Allerdings hat man sich mit gegenseitigen Übersetzungen geholfen. In einer Gruppe schienen sich die deutschen Familien unter den anzahlmäßig überlegenen nichtdeutschen Familien unwohl zu fühlen.

Die Eltern und die Teamer berichteten über einen veränderten, positiveren Umgang der Familienmitglieder untereinander, zwischen den Familien und den Familien und Teamern. Viele Eltern bestätigen, dass sich die Kinder besser an Regeln und an Grenzen halten.

Die Eltern würden und haben das Projekt weiterempfohlen und der Wunsch nach einer Fortsetzung wurde deutlich vertreten. Auch die Teamer befürworten eine Fortsetzung sehr.

Differenzen und Besonderheiten von FuN / Elternführerschein

Der Baustein gemeinsames Essen wurde bei allen positiv aufgenommen. Zudem haben sich alle Familien an die hier getroffenen Absprachen gehalten. Durch den Austausch über die Art der Zubereitung kamen die Familien in Kontakt. Die Kinder der jeweiligen Familie, die das Essen zubereitet hat, waren hier sehr stolz.

Zu dem Baustein "Spiel zu Zweit" wurde sehr kritisch Rückmeldung gegeben. Einigen Eltern fiel die Bewältigung der Aufgabe schwer. Trotz der Schwierigkeit fanden viele diesen Baustein aber sinnvoll. Die Elternrunde wurde s. o. positiv bewertet. Einige haben sich mehr Zeit gewünscht.

Die Kinder haben Spaß an dem Programm. Bei ihnen sind positive Veränderung, im Umgang untereinander auch innerhalb der Schulzeit zu beobachten. Sie scheinen mehr Verantwortung übernehmen zu können, kooperationsbereiter zu sein, Grenzen zu erkennen und selbstsicherer zu werden. Die Familien gehen bewusster mit Konflikten um. Der Veranstaltungsort Schule sowie die Zusammenarbeit mit den LehrerInnen ist wesentlich für dieses Projekt. Eltern berichteten davon, dass sie ihre Hemmungen abgebaut haben. Sie trauen sich jetzt nachzufragen. Der Umgang sei vertrauter und persönlicher geworden. Eltern beginnen sich für Schule zu interessieren und zu engagieren.

LehrerInnen entwickeln mehr Verständnis für das Verhalten der Kinder und Eltern. Man begegnet sich auf Augenhöhe. Sie erfahren nun direkt etwas aus der Lebenswirklichkeit dieser Familien. Gleichzeitig ist es für die Teamer nicht immer einfach damit umzugehen. Manche wünschen sich hier noch mehr Begeleitung/Coaching. Die Zusammenarbeit zwischen den externen Pädagogen/innen (Fabi) und den internen (Lehrkörper, Pädagogen/innen d. Schule) wird durchweg positiv und auch für die Zukunft als wünschenswert bewertet.

Einschätzungen zum Lehrer-Eltern-Verhältnis

Alle Beteiligten befürworten eine Fortsetzung. Dabei regen die Eltern an,

Pädagogen regen an:

Die Elternrunde ist ein maßgeblicher Bestandteil dieses Programms. Sie wird auch sehr positiv bewertet. Hier ist bemerkenswert, dass die Eltern sich durch die Vertrauensregeln sehr sicher fühlen und diesen Rahmen zum persönlichen Austausch schätzen. Die Arbeit im Programm ermöglichte den Eltern, die eigenen und die positiven Seiten ihrer Kinder zu sehen. Die Methode Rollenspiel empfinden die Eltern als sehr lehrreich, obwohl nicht alle Eltern gleich rollenspielfreudig sind.

Verändert hat sich:

Die Eltern berichten davon, dass sie durch das Programm selbstsicherer, selbstbewusster und gestärkt werden.

Die Eltern äußern sich sehr positiv über das Programm, empfehlen es weiter und befürworten eine Fortsetzung. Die Anregungen:

Indikatoren für die Eignung der Programme zur Elternbildung in der Schule

Transferveranstaltung und Ausblick

Am 20.02.2006 fand eine Veranstaltung zur Darstellung des Projektes 'Elternbildung in der Schule' statt, auf der ein Resümee der Durchführung gezogen und die Übertragbarkeit auf andere Schulen und Stadtteile geprüft wurde. Da die beteiligten Schulen nicht über entsprechende Räumlichkeiten verfügen, wurde der Veranstaltungsraum der örtlichen Altentagesstätte, Louise- Schröder-Sozialzentrum (AWO), genutzt.

Adressaten waren :

Über 60 Besucher hörten die anschaulichen Berichte über die Erfahrungen im Katernberger Elternbildungsprojekt durch die Projektakteure (Projektträger, Lehrer, Familientrainer, Eltern). Die kurzweilige Darstellung der Aktivitäten mit direkten Kommentaren und Eindrücken beteiligter Eltern, die Vorstellung der Evaluationsergebnisse und die durch die Moderatorin angeregten Diskussionen vermittelten einen positiven Gesamteindruck der Arbeit aller Beteiligten. Dieser spiegelte sich auch in der Abschlussrunde an der Haltung der Politikern aus dem Stadtteil, der Entscheidungsträger des Schullamtes, der Stadtentwicklung und des Jugendamtes wider, die alle Unterstützung für eine Weiterführung und eine Ausdehnung in andere Stadtteile zusagten.

Als zentrale Aussage lässt sich zusammenfassen: Elternbildung beinhaltet zwei Komponenten. Sie vermittelt frühzeitig und präventiv Wissen über familiale Belange und unterstützt die Entwicklung von Handlungskompetenzen. Elternbildung vermittelt Basiskompetenzen, die für das Zusammenleben in den Familien und im Kontakt mit dem sozialen Umfeld von Bedeutung sind. Elternbildung vermittelt die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen sowie die Kompetenz Probleme und Konflikte zu lösen. Diese Fähigkeiten werden nicht nur für den schulischen Kontext erworben, sondern wirken sich insgesamt positiv auf das Zusammenleben im Stadtteil aus.

Die modellhaft gewonnenen Erkenntnisse sollen in Regelhandeln übergeleitet werden. Ziele, Handlungsansätze, Konzepte und Zugänge haben sich, wie durch die Evaluation belegt, bewährt. Durch das engagierte Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure konnte und kann zukünftig im Handlungsfeld Bildung eine Schwerpunktsetzung auf das Thema Elternbildung erfolgen. Eine räumliche und inhaltliche Schwerpunktsetzung erfordert eine Ausstattung mit finanziellen Mitteln und eine inhaltliche gesamtstädtische Einbindung.

Ausblick

Das Projekt hat sehr deutlich gemacht, wie wichtig die Umsetzung neuer Ansätze sowohl in der Zusammenarbeit verschiedener Akteure wie auch in der Durchführung von Elternbildungs-Programmen ist. Eltern unterschiedlicher Herkunft haben Kontakt miteinander, helfen sich gegenseitig, engagieren sich in der Schulpflegschaft. Hilfe zur Selbsthilfe ist angekommen. Das Projekt hat einen Rahmen geschaffen, in dem Eltern die Schule als unterstützende Einrichtung erleben konnten. Die Familienbildung wird mit den Schulen weiter daran arbeiten, wie Eltern noch besser motiviert werden können an den Programmen teilzunehmen, dabei zu bleiben, Kontakte aufzubauen und selbst Netzwerke zu schaffen.

Schon während der Projektzeit stieg die Nachfrage an einzelnen Schule sodass weitere FuN-Gruppen eingerichtet wurden, für die eine neue Finanzierung eingeworben werden musste. Die Zeichen für eine Fortsetzung an den Katernberger Schulen und die Übertragung der Programme auf Schulen anderer Stadtteile mit finanzieller Sicherung stehen gut. Dann können mehr LehrerInnen einen neuen Blick auf Eltern und Schüler gewinnen und vielen Eltern eine präventive bedarfsorientierte Elternbildung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Bildung soll ein politischer Schwerpunkt der nächsten Jahre sein (Klaus Wermker - Leiter Büro Stadtentwicklung). Dann muss auch Elternbildung einen hohen Stellenwert bekommen, denn Eltern zu bilden heißt in die Zukunft zu investieren, auch in die Zukunft des Stadtteil Katernberg.

Projektgruppe:

Sabine ThomasCarl-Meyer-Schule
Ursula Franke-Seeger Kantschule
Peter Bruisten Schule an der Viktoriastraße
Angelika Saas-Leich Herbartschule
Karin Neuhaus ISSAB
Sybille Krüger Lernwelt Essen
Annedore Fleischer Kath. Familienbildungsstätte
Wilhelm Dibow AWO- Familienbildungsstätte
Edith Schmitzer AWO- Familienbildungsstätte
Nicole M. Gerlach Evaluation

Das Projekt wurde gefördert durch:

"Soziale Stadt NRW"
"Lernwelt Essen"

Die Dokumentations-Inhalte wurden erstellt von :

Wilhelm Dibow AWO-FBS
Edith Schmitzer AWO-FBS
Karin Neuhaus ISSAB
Nicole Marjo Gerlach Evaluatorin

Mit Beiträgen von:

Gaby Micklinghoff Lernwelt Essen
Ursula Franke-Seeger Kantschule
Ingo Worofka Herbartschule

Impressum:

Herausgeber: Familienbildungsstätte
der AWO Essen
Pferdemarkt 5
45127 Essen
www.awo-essen.de

Redaktion: Wilhelm Dibow,
Edith Schmitzer