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Der ehemalige Hof Reher in Nottuln Darup liegt am inzwischen verrohrten Hagenbach. Seine Geschichte lässt sich nur teilweise gesichert zurück verfolgen. Durch die baubegleitenden Untersuchungen kann die Geschichte des Hauses ein wenig rekonstruiert werden.
Das heutige Dorf Darup wird schon in einer Urkunde des Stifts Nottuln aus dem Jahre 834 als Dordorpe erwähnt. In dieser Urkunde wird berichtet, dass Karl der Große im Jahre 779 am Monte Casino (Coesfelder Berge) das befestigte Lager der Sachsen erobert habe. Dordorpe, auch Dortharpa, lag an der strategisch günstigen Stelle, am damaligen Weg von Münster nach Holland. Hier sollen die Sachsen die Franken erwartet haben und von den Truppen Karls des Großen geschlagen worden sein. Er gründete einen Königshof (in Darup) in dem seine Gefolgschaft und die Königsboten wohnten, wenn sie durch das Münsterland zogen.
In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts soll die Pfarrkirche St. Fabian und St. Sebastian gegründet worden sein als Mittelpunkt des Kirchspiels Dorthapa. Der Ort und die Pfarrei wurden in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach durch holländische , spanische und im 30-jährigen Krieg durch französische Soldaten geplündert und verwüstet.
Die nachweisbare Geschichte des Hauses beginnt im 15. Jahrhundert.
Längs zum Hagenbach auf dem heutigen Grundstück hat zunächst ein Gebäude gestanden, über dessen Nutzung keine weiteren Anhaltspunkte gefunden wurden. Während des Umbaus zur Tagungsstätte wurden in verschiedenen Tiefen im Bodenbereich
Die Lage am Hagenbach und die Vielzahl der Brunnen unter dem Haus bzw. in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, legen den Schluss nahe, dass die erste Nutzung mit dem Brunnen und der Bachlage in Zusammenhang standen.
Der Brunnen im Fußboden des Kaminzimmers wurde wieder hochgemauert, ein Teil des dort gefundenen Wasserleitungsrohres aus Holz etwa an der ursprünglichen Stelle wieder aufgehängt. Der Brunnen wurde mit einer aus aufgebohrtem Eichenholz im Stecksystem mit Eisenringen gesicherten Wasserleitung entwässert.
Eine gesicherte Erkenntnis über die Herkunft und das Alter dieses Fundes ist jedoch nicht mehr möglich.
Die Familie Reher baute die ersten Teile des heutigen Gebäudes, einzelne Anbauten kamen im Laufe der Jahrhunderte hinzu. Die urprünglichen Deckenbalken wurden zum größten Teil wieder eingebaut. Ob es sich bei den Balken um Zweitverwertungen handelt oder ob es die ursprünglichen Träger-Balken sind, die den Großbrand im Dorf 1806 überstanden haben, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.
Auch der Stein im Mauerwerk in der Nord-Ost-Ecke der Hausfassade, dessen Herstellungsart auf das 13. Jahrhundert schließen lässt, ist vermutlich aus einem anderen Haus, bzw. einer Ruine entnommen und zweitverwertet worden. Das Salzkästchen, mit dem früher Gäste beim Eintritt in das Haus den Schinken über dem Kamin bestrichen, wurde in etwa wieder an seiner alten Stelle angebracht.
Die ursprüngliche Struktur des Hofes wurde in weiten Teilen erhalten. Die frühere Tenne dient heute als Speiseraum, der Heuboden als Bewegungsraum, der ehemalige Kuh-Stall als Seminarraum. Küche und Kaminzimmer blieben nahezu erhalten. Das frühere Backhaus mit seinem Ammoniten wird heute von seinen neuen Besitzern als Wohnhaus genutzt.
Seit den 70er Jahren wird das Haus nicht mehr als Hof genutzt. 1991 kaufte die AWO Essen die Anlage und baute sie dank zahlreicher Förderer zur Bildungs- und Tagungsstätte um.