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Am Dienstag, den 26.02.2008 um 11:00 Uhr überreichte Ansgar Wessling, Präsident des Lions Club Essen-Ruhrtal, einen Scheck in Höhe von 11.500,00 an den Geschäftsführer der AWO Essen, Wolf Ambauer. Mit dieser Scheckübergabe war die Präsentation des Video-Home-Trainings verbunden.
Die Scheckübergabe und die Präsentation fanden statt:
im Jugendhilfe-Netzwerk Essen-Nord, Schniedtkamp 24-26, 45327 Essen-Katernberg (direkt am Markt)
Die Medienberichterstattung vergangener Jahre schockierte die Öffentlichkeit immer wieder mit Meldungen über Kindesmisshandlung, Vernachlässigung bis hin zur Todesfolge. Alle Einrichtungen und Verbände, die im Kinderschutz und im Bereich der Familienhilfe tätig sind, wissen, dass sie sich nicht von Gefühlen leiten lassen dürfen, sondern Schutz und Hilfe für ein gefährdetes Kind nur möglich ist, wenn die jeweilige familiäre Situation kompetent analysiert und konsequent gehandelt wird.
Mit Unterstützung des Lions Club Ruhrtal entwickelt die Arbeiterwohlfahrt nun eine neue Methode von Familienhilfe. Diese Idee kommt aus den Niederlanden und wurde zuvor von Unternehmen zur Mitarbeiterschulung eingesetzt.
Was beim Topmanager funktioniert, hat auch bei Problemfamilien Erfolg: Ein Sozialarbeiter / eine Sozialarbeiterin besucht in regelmäßigen Abständen Multiproblemfamilien und dokumentiert zehn bis zwanzig Minuten Alltag auf Video - Situationen wie Abendessen oder ein Gesellschaftsspiel, eben alltägliches Miteinander. Die Aufnahmen werden gesichtet, geschnitten, den Eltern vorgeführt und mit ihnen besprochen.
Wir bauen dabei auf die Kraft der positiven Bilder, erläutert Arnd Michel vom Jugendhilfe-Netzwerk der AWO. Ursache vieler Erziehungskonflikte, so die Video-Home-These, ist eine gestörte Kommunikation zwischen Eltern und Kindern. Bei gelungener Kommunikation signalisieren Blickkontakt, Stimme und Körperhaltung positiven Empfang. Statt Eltern mit ihren Fehlern und Defiziten zu konfrontieren, wählen die Trainer nur gelungene Szenen zur Besprechung aus.
Birgit Marschall-Littwin, die zweite Videotrainerin der AWO, weiß aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass es wichtig ist, die "natürlichen Ressourcen" der Familie wieder zu aktivieren. Das kann ein Standbild sein, auf dem der sonst streitsüchtige Sohn den Vater vertrauensvoll anblickt, eine Sequenz, in der die verzagte Mutter eine eigene Meinung wagt. Ein Bild eben, das oft mehr sagt als tausend Worte kluger Pädagogen. Das stärkt und unterstützt Eltern in ihrer Rolle. Im Gegensatz zur oft Jahre währenden analytischen Familientherapie kommt das Video-Home-Training mit acht bis zehn Sitzungen aus. Die Erfolgsquote wird aufgrund der ersten Versuche in Deutschland mit 80 bis 90 % beziffert.
Thomas Rüth von der AWO und Werner Flügel vom Jugendamt der Stadt Essen bauen auf diese Methode. Gerade bildungsferne Familien können mit dieser Methode erfolgreich erreicht werden. Leider sind noch zu wenig Sozialarbeiter in dieser Therapieform ausgebildet. Über 10.000 kostet die zweijährige Ausbildung eines Mitarbeiters. Dazu kommen Kosten für Kameras und technisches Zubehör.
Wolf Ambauer, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, freute sich daher besonders, dass der Lions Club Ruhrtal einen Scheck in Höhe von 11.500,00 überreichte.
Überreicht wurde der Scheck durch Herrn Ansgar Wessling vom Lions Club Essen-Ruhrtal, der ebenfalls auf die positive Macht der Bilder setzt. Der Olympiasieger im Rudern, begründete seine sportliche Karriere schließlich auch zum Teil auf den Einsatz von professionellen Videoanalysen.
Mit diesem Geld unterstützt der Lions Club die AWO bei der Ausbildung von zwei Mitarbeitern, die für diese Methode geschult werden.